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Neues Entwicklungskonzept für den Wachstumsraum Leipzig/Halle


Wirtschaftsgeographen kooperieren mit Leipziger Partnern


Unter Federführung des Leibniz-Instituts für Länderkunde (IfL) wird gemeinsam mit dem Landkreis Leipzig, der Stadt Leipzig sowie dem Lehrstuhl für Wirtschaftsgeographie der Friedrich-Schiller-Universität Jena in den kommenden fünf Jahren ein integriertes Wohnflächenkonzept für das Umland der Städte Leipzig und Halle (Saale) erarbeitet. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) finanziert das Verbundvorhaben "Interko2" im Rahmen der Fördermaßnahme "Stadt-Land-Plus" mit 1,3 Millionen Euro.

Das an die wachsenden Großstädte Leipzig, Halle und Jena angrenzende Umland ist regional differenziert durch Zuwanderung und starke Bevölkerungsrückgänge geprägt. Das Nebeneinander von demografisch schrumpfenden, stagnierenden und wachsenden Kommunen ist auch in anderen Regionen zu beobachten.

Das Projekt "Interko2 - Integriertes Wohnflächenkonzept in großstädtischen Wachstumsräumen" verfolgt das Ziel, in einem kooperativen Beteiligungs- und Kommunikationsprozess die Interessen der Umlandgemeinden mit den Entwicklungserfordernissen wachsender Großstädte in Einklang zu bringen. Unter der Regie des Leibniz-Instituts für Länderkunde in Leipzig wird zunächst in der Region Leipzig-Halle ein leistungsfähiges Monitoring-System aufgebaut.

Ergebnisse sollen auf Jena und Saale-Holzland-Kreis übertragen werden

Daten zu Entwicklungstrends auf Ortsteilebene, etwa zu Zu- und Wegzügen, sollen als Planungsgrundlage zukünftig regelmäßig erfasst werden und visualisiert den Landkreisen und Kommunen zur Verfügung stehen. Aussagekräftige Indikatoren werden dabei helfen, kleinräumige Entwicklungserfordernisse aufzuzeigen. Weiter gilt es, Instrumente der formellen Planung wie das Zentrale-Orte-Konzept im Hinblick auf ihr Potenzial zur Unterstützung der nachhaltigen Entwicklung im Stadt-Umlandbereich zu untersuchen und auf ihre Anwendbarkeit zu prüfen. Ziel des Projekts ist die Erarbeitung wesentlicher Grundlagen für ein tragfähiges Wohnflächenkonzept des großstädtischen Wachstumsraums Leipzig-Halle. Damit eng verzahnt ist die Diskussion integrierter Mobilitätslösungen als wichtige Grundlage einer nachhaltigen Regionalentwicklung. In einem zweiten Schritt sollen die Ergebnisse auf die Region Jena und den Saale-Holzland-Kreis übertragen werden.

Im Rahmen dieses Projektes ist der Lehrstuhl für Wirtschaftsgeographie der Universität Jena federführend für die Erarbeitung des integrierten Wohnflächenkonzeptes im Zuge des Teilprojektes INWOK zuständig. Zudem werden vorbereitende Maßnahmen durchgeführt, wie z. B. die Bildung der Indikatoren der Wohnstandortentwicklung im Stadt-Umland-Raum sowie die Zusammenführung von derzeitigen Wohntrends und Entwicklungsbedarfen.

Der Jenaer Lehrstuhl verantwortet auch die Öffentlichkeitsarbeit in Zusammenarbeit mit dem IfL sowie den Ergebnistransfer auf die europäische Ebene. Im zweiten Projektschritt sind die Wirtschaftsgeographen der Universität Jena für die Erarbeitung des Wohnflächenkonzepts der Region Jena zuständig.

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung fördert das Projekt

Hinzu kommen Zuarbeiten sowie weiterführende Arbeitsschritte und Bausteine, die im Verlaufe des Projektes beim Lehrstuhl liegen. Dazu zählen u. a. die Entwicklung von Indikatoren zur Bewertung ressourceneffizienter Stadt- und Verkehrsplanungspolitik im Stadt-Umland-Gefüge, eine Fachwerkstatt mit Vertretern der Stadt Jena und des Saale-Holzland-Kreises sowie die Erstellung quantitativer und qualitativer Wohnstandortszenarien für die drei Landkreise.

In die Erarbeitung eingebunden sind als assoziierte Partner die Stadt Halle (Saale), der Landkreis Nordsachsen und der Saalekreis sowie die Metropolregion Mitteldeutschland, der Mitteldeutsche Verkehrsverbund, der Regionale Planungsverband Leipzig-Westsachsen und der Verband Sächsischer Wohnungsgenossenschaften.

Das Vorhaben wird in enger Abstimmung mit dem ebenfalls vom BMBF geförderten Vorhaben "StadtLandNavi" erarbeitet. Der Fokus von "StadtLandNavi" liegt vor allem auf der Analyse der Entwicklung der Kulturlandschaft in der Region Leipzig und auf der Erarbeitung von Instrumenten zur Bewertung des Flächenpotenzials als weiterem Baustein für das Wohnflächenkonzept. Ziel ist es, das zu erarbeitende Tool, bestehend aus Monitoring-System, Kooperationsraumansatz und integriertes Wohnflächenkonzept, auf andere Regionen zu übertragen.

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert das Projekt im Rahmen von "Stadt-Land-Plus". Die Fördermaßnahme ergänzt die Leitinitiative "Zukunftsstadt" um die Perspektive der Stadt-Land-Beziehungen und unterstützt kommunale Akteure, die im Verbund mit der Wissenschaft nachhaltige Strategien für die Wohnflächenentwicklung erarbeiten. Der Fokus liegt auf einem verantwortungsvollen Umgang mit Land- und Flächenressourcen.


Kontakt:

Dr. Annedore Bergfeld
Leibniz-Institut für Länderkunde
Tel.: 0341 600 55-140
E-Mail: 

Björn Braunschweig
Institut für Geographie der Friedrich-Schiller-Universität Jena
Löbdergraben 32, 07743 Jena
Tel.: 03641 / 948838
E-Mail:


 






Text: Pressestelle der Friedrich-Schiller-Universität Jena

 

 

 


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