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Wolfgang Fritzsche wird außerplanmäßiger Professor für Physikalische Chemie


Chemiker zeigt kontinuierliches Engagement in Forschung und Lehre

Wolfgang Fritzsche, Leiter der Abteilung Nanobiophotonik am Leibniz-Institut für Photonische Technologien Jena (Leibniz-IPHT), erforscht besondere Effekte an Nanopartikeln und wie diese zum Beispiel für den Nachweis krankheits-erregender Keime eingesetzt werden können. Für sein kontinuierliches Engagement in Forschung und Lehre erhielt der Chemiker nun eine außerplanmäßige Professur für Physikalische Chemie an der Friedrich-Schiller-Universität Jena. Die Urkunde überreichte der Präsident der Universität, Walter Rosenthal, persönlich.

Wolfgang Fritzsches Forschungsfeld, die "Molekulare Plasmonik", umfasst gleich mehrere, miteinander verknüpfte wissenschaftliche Disziplinen. Zum einen stellt er neue Metallnanopartikel und metallische Nanostrukturen mit genau definierten optischen Eigenschaften her und kombiniert anschließend diese Materialien mit Biomolekülen wie DNA. "Diese hybriden Nanostrukturen integrieren wir beispielsweise in die haarfeinen Kanäle mikrofluidischer Chips und erhalten so ein Analyselabor im Miniaturformat. Damit erschließen sich für uns völlig neue Anwendungsfelder der Nanostrukturen in der Biophotonik," beschreibt Fritzsche einen weiteren Forschungsschwerpunkt seiner Abteilung. Die Metall-Nanostrukturen eignen sich als empfindliche optische Marker und Sensoren für die medizinische Diagnostik, wobei hier der Nachweis und die Identifizierung von DNA-Molekülen krankheitserregender Keime im Vordergrund stehen. "Im Forschungsprojekt ImSpec haben wir eine optische Plattform etabliert, die Dank der DNA-Sensoren erstmals den schnellen und parallelen Nachweis Sepsis-relevanter Pilzerreger ermöglicht", so der Chemiker. Andere Einsatzfelder sind die Analyse von Lebensmitteln und Wasser sowie die Lösung umwelttechnologischer Fragestellungen. Als aktive optische Antennen vermögen die Nanostrukturen die als Licht eingetragene Energie sehr lokal als Wärme oder Elektronen freizusetzen. So können sie für die hochpräzise Materialbearbeitung oder Katalyse auf der Nanoskala genutzt werden.

Wolfgang Fritzsche studierte Chemie in Jena und wurde 1994 über hochauflösende Mikroskopie von DNA-Proteinkomplexen am Max-Planck-Institut für Biophysikalische Chemie und der Georg-August-Universität in Göttingen promoviert. Nach einem Forschungsaufenthalt an der Iowa State University in den USA kehrte Wolfgang Fritzsche 1996 nach Jena zurück und übernahm die Leitung der Arbeitsgruppe "Molekulare Nanotechnologie" und später die Leitung der Abteilung "Nanobiophotonik" am IPHT. Er ist Autor von über 140 referierten Veröffentlichungen, koordiniert mehrere nationale und international Forschungsprojekte und organisiert Tagungen zum Thema Molekulare Plasmonik und DNA Nanotechnologie. Er ist Präsident der Deutschen Gesellschaft für Zytometrie (DGfZ)

Seine langjährige und ausgezeichnete Expertise in der Entwicklung Nanopartikel-basierter Methoden für die Bioanalytik und sein Engagement in der Lehre würdigte die Friedrich-Schiller-Universität nun mit dem Titel des außerplanmäßigen Professors.

 


Wolfgang Fritzsche erhält außerplanmäßige Professur an der Friedrich-Schiller-Universität Jena.

Foto: S. Döring für IPHT

 
Text: Dr. Anja Schulz/IPHT
   

 


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