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Die erste gemeinsame Veröffentlichung von Geo-Astro
aktuelle Publikationen der Arbeitsgruppe
Foto: Analytische MineralogieEs wurde ein einzigartiger Fall experimentell untersucht – die rein thermische Reaktion CO2 + 2NH3 → NH4+NH2COO− in Gegenwart einer porösen Staubschicht, die die Reaktanten CO2 und NH3 voneinander trennt. Somit war die Diffusion der Reaktanten durch (entlang der Poren) der Staubschicht für den Ablauf der Reaktion unvermeidlich. Die Experimente zeigten, dass das Vorhandensein der Staubschicht eine Voraussetzung für die Reaktion war. Dieses Ergebnis spricht eindeutig für (i) eine effiziente Diffusion von Molekülen auf/innerhalb von kosmischem Staub, (ii) eine unterschätzte Rolle der Oberflächenkatalyse in der Astrochemie des kosmischen Staubs und (iii) eine potenziell effiziente staubförderte Chemie in warmen kosmischen Umgebungen, wie z. B. protostellaren Hüllen und protoplanetaren Scheiben. In vielen Fällen sind Feststoffreaktanten auf astrophysikalischen Staubkörnern möglicherweise nicht in hohen Konzentrationen oder in den erforderlichen Verhältnissen gemischt; die Diffusion über die Stauboberfläche wäre dann eine Voraussetzung für die Entwicklung von Wegen zur Komplexität im Weltraum.
Potapov A., Pollok K., Langenhorst F., McCoustra M., Garrod R., “Cosmic dust as a prerequisite for the formation of complex organic molecules in space?”, The Astrophysical Journal, 2025, 993, 49, DOI: https://doi.org/10.3847/1538-4357/ae08aeExterner Link