Seismogramme des Thüringer Seismologischen Netzes zum Erdbeben bei Buttstädt.

Kleines Erdbeben im Landkreis Sömmerda registriert

Bei Buttstädt im Landkreis Sömmerda kam es am Dienstagnachmittag um 15:53 Uhr zu einem kleinen Erdbeben.
Seismogramme des Thüringer Seismologischen Netzes zum Erdbeben bei Buttstädt.
Abbildung: Roman Esefelder

Das Thüringer Seismologische Netz hat ein kleines Erdbeben am Dienstagnachmittag, 24. März 2026, im Landkreis Sömmerda registriert. Das Epizentrum lag nahe des Ortes Olbersleben auf dem Gemeindegebiet von Buttstädt, rund 20 Kilometer nördlich von Weimar. Mit einer ermittelten Lokalmagnitude von 1.1 war das Erdbeben sehr schwach. Daher war dieses Erdbeben sehr wahrscheinlich nicht für Menschen wahrnehmbar. Die Tiefe des Erdbebens lag bei etwa 14 Kilometer.

Erstes registriertes Erdbeben im Landkreis Sömmerda

Der Landkreis Sömmerda gehört zu den Regionen Thüringens, in denen Erdbebenaktivität sehr selten ist. Seit Beginn instrumenteller Aufzeichnungen vor rund 100 Jahren handelt es sich um das erste Erdbeben, das jemals dort aufgetreten ist. Auch aus vorinstrumenteller Zeit, wo lediglich in Form von Zeugenberichte Überlieferungen von spürbaren Erdbeben existieren, gibt es aus Sömmerda keine Erdbebenmeldungen. 

Siehe auch: Übersicht aller historischen Erdbeben in Thüringen

Der Großteil der registrierten seismischen Aktivität trat in der Vergangenheit im Südharz auf. Die dortige Erdbebenaktivität steht im Zusammenhang mit dem Kalibergbau. Das einzige bisher bekannte Erdbeben natürlichen Ursprungs in Nordthüringen ereignete sich am 12. Mai 2020 in Bad Tennstedt und hatte eine Magnitude von 0.8. Auch beim aktuellen Erdbeben in Buttstädt gibt es keine Hinweise auf einen Zusammenhang mit Bergbau oder sonstiger menschlicher Aktivität. Daher wurde es als natürliches Erdbeben klassifiziert.

Alte Störungszonen in Nordthüringen

Natürliche Erdbeben treten meist im Bereich von geologischen Bruchzonen (Störungen) auf. Dabei handelt es sich um große Risse in der Erdkruste, die im Laufe der Erdgeschichte durch tektonische Prozesse entstanden sind. Im Norden Thüringens gibt es mehrere große, herzynisch (nordwest-südost) verlaufende Störungszonen, die das Thüringer Becken begrenzen und im Laufe der letzten 200 Millionen Jahren wiederholt reaktiviert wurden. Heute gelten diese Störungszonen weitestgehend als aseismisch. Das heißt: Bewegungen in Form von Erdbeben finden dort üblicherweise nicht statt.

Die sogenannte Finne-Störung ist eine der bekanntesten Bruchzonen der Region. Sie verläuft nur wenige Kilometer nordöstlich des Epizentrums. Mit zunehmender Tiefe fällt die Bruchzone Richtung Süden ein und befindet sich in rund 10 Kilometern Tiefe damit im Bereich des verorteten Erdbebenherdes. Ein gesicherter Zusammenhang mit der Finne oder einer anderen Störungszonen kann jedoch nicht bestätigt werden.

 

Karte aller bekannten Erdbeben in Thüringen. Das Erdbeben in Buttstädt am 24. März 2026 ist hervorgehoben.

Abbildung: Jens Skapski
Information

Manuell ermittelte Erdbebendaten:

Herdzeit: 2026-03-24 14:53:02 UTC
Latitude: 51.158
Longitude: 11.347
Herdort: Buttstädt (Landkreis Sömmerda)
Lokalmagnitude: 1.1
Tiefe: 14 km 

Die vollständigen Erdbebenregistrierungen des TSN finden Sie hier.Externer Link