Letzte Geländekampagne in Christophs Guatemala-Projekt

Das westliche Ende der Motagua-Störung war Ziel einer Geländekampagne im DFG-geförderten Guatemala-Projekt von Christoph Grützner

Aushub eines paläoseismologischen Schurfes in Guatemala

Foto: Christoph Grützner
Aushub eines paläoseismologischen Schurfes in Guatemala

Die Motagua Störung und das 1976er Erdbeben

geophysikalische Prospektion der Störungszone im Vorfeld der Grabung

Foto: Christoph Grützner

Ein schweres Erdbeben im Jahr 1976 verursachte einen mehr als 230 km langen Versatz an der Oberfläche entlang der Motagua Störung. Diese ist Teil der Plattengrenze zwischen Nordamerikanischer und Karibischer Platte in Guatemala. Frühere Geländekampagnen in Christophs DFG-ProjektExterner Link hatten das Zentrum der Störung zum Ziel und konnten erfolgreich fünf Starkbeben in den letzten 1300 JahrenExterner Link identifizieren und datieren. Die letzte Kampagne im Januar 2026 führte zum westlichen Ende der Störung. Dort wollte ein internationales Team unter Führung von Christoph Grützner und Tina Niemi (Uni Missouri - Kansas City) herausfinden, ob die nunmehr bekannten Erdbeben auch das westliche Ende der Störung erreichten. Dies erlaubt bessere Abschätzungen der Erdbebenmagnitude und grundlegende Einsichten in das Verhalten von Störungen bei großen Erdbeben. 

Geophysik und Paläoseismologie

Drohnenfoto des paläoseismologischen Schurfes nahe Pachalum

Foto: Christoph Grützner

Um dies herauszufinden, wurden zunächst umfangreiche geophysikalische Voruntersuchungen durchgeführt. Mit Hilfe von 4-Punkt-Geoelektrik unter der Leitung von Christophs Kollegen aus Missouri wurde die Struktur des Untergrundes in der Nähe von Pachalum untersucht. Dort endete 1976 der Oberflächenversatz der Störung. Mit Hilfe von Drohnenfotos und einer LiDAR-Drohne wurde ein hochauflösendes Oberflächenmodell erstellt. Basierend auf diesen Ergebnissen wurde dann ein paläoseismologischer Schurf über die Störungszone angelegt. Darin konnten mindestens drei Erdbeben identifiziert werden; die Datierung mit Hilfe von Radiokarbonmessungen an Holzkohleresten steht bislang noch aus. 

Weitere Ziele der Geländekampagne waren die archäologischen Stätten Mixco Viejo und Vega de Coban, die beide 1976 beschädigt wurden, sowie Tikal. Außerdem fanden weitere Arbeiten an der Motagua Störung bei Sanarate und Estanzuela statt. Student Rupert Hauschild begleitete Christoph auf dieser Kampagne und wird für seine Bachelorarbeit die geophysikalischen und paläoseismologischen Daten analysieren. 

Nach der Geländekampagne führte Christoph noch eine internationale Exkursionsgruppe entlang der Plattengrenze im Rahmen der PATA Days-Tagung. Ein Bericht dazu findet sich hierExterner Link (Englisch).

Großer Dank geht an Omar Flores und Luís Romero (Universidad San Carlos de Guatemala) und die Landbesitzer, die uns den Zugang zu ihren Grundstücken gewährten sowie an alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Guatemala GeoHazard ProjektesExterner Link.