Erdbeben bei Leipzig in Ostthüringen zu spüren
Ein Erdbeben der Lokalmagnitude 3.2 wurde am Dienstagabend (14. April) in Teilen Ostthüringens verspürt. Das Epizentrum lag bei Leipzig.
Räumliche Einordnung des Erdbebens vom 14.04.2026 bei Groitzsch.
Abbildung: Roman Esefelder
Meldung vom:
Karte makroseismischer Meldungen zum Erdbeben in Groitzsch am 14. April 2026
Karte: Jens SkapskiIm südlichen Landkreis Leipzig hat sich am Dienstagabend (14. April) gegen 18:22 Uhr ein deutlich spürbares Erdbeben ereignet. Das Thüringer Seismologische Netz (TSN) verortet das Epizentrum in Groitzsch, etwa 5 Kilometer von der Grenze zu Thüringen entfernt. Lokalmagnitude 3.2 wurde ermittelt, womit es sich um das stärkste Erdbeben in der Region seit 2017 handelte.
Das Erdbeben wurde sehr verbreitet in der Region von vielen Anwohnern verspürt. Vor allem im Raum Leipzig berichten viele Menschen von leichten Erschütterungen, klirrenden Gläsern und einen dumpfen Grollen, vergleichbar mit dem Geräuschen eines fahrenden LKW. Auch ein knallartiges Geräusch wurde teilweise wahrgenommen. Doch auch noch in vielen Kilometern Entfernung konnte das Erdbeben noch von einzelnen Anwohnern verspürt werden, unter anderem in Chemnitz, Freiberg und Meißen. In östliche Richtung ergibt sich ein Wahrnehmungsradius von teils bis zu 70 Kilometern.
Nach Westen hin war die Ausbreitung des Erdbebens schwächer. In Thüringen wurde das Erdbeben vor allem im Altenburger Land leicht verspürt, vereinzelt auch im Landkreis Greiz sowie in Gera. Die deutlichsten Erschütterungen werden dabei aus Schmölln, Altenburg und Meuselwitz gemeldet. Auch hier wurde das Beben teils von einem grollenden Geräusch begleitet.
In Sachsen-Anhalt beschränkte sich das Erdbeben vor allem auf die Orte zwischen Zeitz und Weißenfels. Vereinzelt kam es zu spürbaren Erschütterungen im Raum Halle sowie bei Bitterfeld.
Zu Schäden infolge des Erdbebens liegen keine Informationen vor.
Das Erdbeben geht auf die Leipzig-Regensburg-Zone zurück. Dabei handelt es sich um eine Bruchzone in der Erdkruste, die von Leipzig aus in südliche Richtung verläuft. Entlang der LRZ verschiebt sich die Erdkruste geringfügig in entgegengesetzte Richtungen, wodurch Spannungen im Gestein aufgebaut werden Zwischen dem Leipziger Becken und dem Vogtland schneitet diese Bruchzone ältere Störungszonen, die in Nordwest-Südost-Richtung verlaufen. Vor allem im Bereich dieser Schnittstellen werden die Spannungen in Form von Erdbeben abgebaut.
Etwa einmal im Jahr kommt es im Schnitt zwischen Leipzig und Altenburg zu spürbaren Erdbeben. Das Erdbeben am 14. April 2026 war das stärkste seit April 2017. Damals trat ein ähnlich starkes Erdbeben im sächsischen Markranstädt auf. Dieses erreichte Magnitude 3.0. Zwei Jahre zuvor, im April 2015, kam es in Kabelsketal (Sachsen-Anhalt) bereits zu einem Beben der Stärke 3.5.
Manuell ermittelte Erdbebendaten:
Herdzeit: 2026-04-14 16:22:32 UTC
Latitude: 51.148
Longitude: 12.322
Herdort: Groitzsch (Landkreis Leipzig)
Lokalmagnitude: 3.2
Tiefe: 22 km
Die vollständigen Erdbebenregistrierungen des TSN finden Sie hierExterner Link