Pufferlösungen für PCR-Tests

Erhöhung der Testkapazitäten für Corona-Verdachtsfälle

Forschende der Friedrich-Schiller-Universität Jena und des Universitätsklinikums Jena finden Alternative zu knappen Puffer-Lösungen bei Test auf das neuartige Coronavirus
Pufferlösungen für PCR-Tests
Foto: FSU Jena/Ulrike Kaiser
  • Chemie
  • Forschung

Meldung vom: 25. März 2020, 08:41 Uhr | Verfasser/in: Ulrike Kaiser | Zur Original-Meldung

Um weitere Ansteckungen mit dem neuartigen Coronavirus SARS-CoV-2 zu vermeiden, ist eine umfangreiche Testung aller Verdachtsfälle unerlässlich. Doch Testkapazitäten sind nach wie vor nur in begrenztem Umfang verfügbar. Ein Problem ist der Mangel an Chemikalien für hierbei notwendige sogenannte PCR-Tests (Polymerase-Kettenreaktions-Tests) – eigentlich gehört dieses Testverfahren zum Standardrepertoire in modernen Laboren, mit dem z. B. auch der HI-Virus nachgewiesen werden kann. Aufgrund der hohen Nachfrage für bestimmte Komponenten treten nun aber vermehrt Lieferengpässe auf. Unter anderem Pufferlösungen, die eine für die DNA-Polymerase geeignete chemische Umgebung sicherstellen, werden knapp.

Prof. Dr. Ulrich S. Schubert vom Institut für Organische und Makromolekulare Chemie (IOMC) der Friedrich-Schiller-Universität Jena sowie Dr. Stefanie Deinhardt-Emmer und Prof. Dr. Bettina Löffler von der Mikrobiologischen Abteilung des Universitätsklinikums Jena haben hier nach Alternativen gesucht und verschiedene Pufferlösungen getestet. Diese wurden in der Diagnostik angewendet, parallel wurde ihre Wirksamkeit im Vergleich mit anderen diagnostischen Systemen bestimmt. Das Ergebnis: Gut geeignet sind zwei Puffer-Lösungen wie auch das häufig für Forschungsarbeiten eingesetzte Produkt „RNeasy Mini Kit“ der Firma Qiagen, das bislang noch gut lieferbar ist. Somit können die Testkapazitäten deutlich erhöht werden. Am Dienstag, den 24.03.2020 wurden diese aktuellen Informationen über die Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh) verschiedenen Professoren und Instituten zur Verfügung gestellt. Die Informationen umfassen genaue Anleitungen zur Herstellung der Puffer-Lösungen, die Testergebnisse sowie auch ein Excel-Tool zur einfachen Berechnung der Puffer-Ansätze.

Die Pandemie des neuartigen Coronavirus SARS-CoV-2 hält die Welt bereits seit Jahresbeginn in Atem, bisher ist noch kein Ende der Ausbreitung abzusehen. Bereits über 223.000 Infektionen wurden europaweit nachgewiesen, Tendenz noch immer exponentiell steigend (Stand 25.03.2020, 7.00 Uhr). Um die Verbreitung des Virus zu verlangsamen, ist ein Test aller Verdachtsfälle und die konsequente Isolierung der Erkrankten unbedingt notwendig. Hierzu können die Erkenntnis aus Jena beitragen.

Download Anschreiben an die Mitglieder der Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh) [pdf 190KB]

Download Artikel "Herstellung von Puffern für die Extraktion viraler RNA zum Nachweis einer SARS-CoV-2-Infektion" [pdf 344KB]

Download Excel-Tool zur Berechnung der Puffer-Ansätze [xlsx 21KB]

Bericht im MDR Thüringen Journal vom 26.03.2020

Bericht bei JenaTV vom 26.03.2020

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