Digitalchemlab (Skizze)

Forschungsschwerpunkt 3: Digitalisierung in außerschulischen Lernorten

Etablierung des digitalchemlabs als hybrider Lehr-Lern-Raum. Erforschung und Einsatz von digitalen Lehr-Lern-Konzepten für Unterrichtspraxis und Lehrerbildung.
Digitalchemlab (Skizze)
Illustration: Timm Wilke

Digitalen Medien wird häufig das Potential zugeschrieben, Schüler:innen zu Experten des eigenen Lernens zu machen. Darunter wird verstanden, dass sie den eigenen Lernprozess kontrollieren und Zeitpunkt und Umfang der Unterstützung selbst festlegen können. Wenn dies gelingt, können neue Medien so einen wichtigen Beitrag zur Individualisierung von Unterricht leisten und zur vielfach geforderten Differenzierung in heterogenen Lerngruppen beitragen. Zudem können durch digitale Medien bereitgestellte multiple Repräsentationen dabei helfen, Inhalte besser zu verstehen und die Motivation der Lernenden zu erhöhen. 

An der Friedrich-Schiller-Universität Jena entsteht im Bereich der Chemiedidaktik deshalb ein Schülerlabor, welches der Erprobung und Erforschung digitaler Medien dient. Dieses digitalchemlab ist eine Ergänzung zum bereits bestehenden klassischen Schülerlabor. Das Ziel ist der Aufbau einer Plattform, die das Potential digitaler Medien (u.a. die digitale Messstation LabPi) für Unterricht und Lehre nutzt und somit eine Verbesserung und Transformation der aktuellen Lernangebote fördert.

Einbindung und Konzept des digitalchemlab Einbindung und Konzept des digitalchemlab Foto: Nicolai ter Horst

Insbesondere ergeben sich hier Chancen, eine für Schüler:innen interessante und passgenaue Gestaltung des Schülerlabortags zu ermöglichen. In einem ersten Forschungsvorhaben sollen Lernende entlang einer Differenzierungsmatrix verschiedene Aufgaben mit optionalen Lernhilfen auswählen und flexibel zwischen klassischen Schülerlaboraspekten wie dem Experimentieren im Labor und digitalen Aufgaben wechseln. Hierzu wurde ein digitales Lernmodul gestaltet und mit Studierenden, Lehrkräften und Schüler:innen erfolgreich pilotiert. In einer Hauptstudie sollen weitere Aspekte wie Motivation, Lernzuwachs und Wahlverhalten untersucht werden. Im Anschluss können daraus ggf. Lernwege identifiziert werden, um Hinweise auf die Nutzung des Lernangebots zu erhalten. So können Gestaltungskriterien für zukünftige Lernmodule abgeleitet und das Angebot weiter verbessert werden.

Schüler beim Arbeiten mit digitalen Medien im Schülerlabor Schüler beim Arbeiten mit digitalen Medien im Schülerlabor Foto: Marcel Simon

Darüber hinaus soll das digitalchemlab für die Schulung digitaler Kompetenzen von Studierenden und (angehenden) Lehrkräften genutzt werden. Es ist weiterhin ein Ort, an dem neuartige Lernangebote für die fachdidaktische Transferforschung entstehen. So werden moderne Forschungsthemen (etwa aus den Projekten der Fachdidaktischen Transferforschung und insb. den Sonderforschungsbereiten CataLight und PolyTarget) mit den neuesten Möglichkeiten digitaler Medien verknüpft und Synergien erzeugt.