Schülerin in Vorlesung

Nano- und Mikroplastik – nicht nur unschön, sondern auch ein Trojanisches Pferd?

Studium Generale
Schülerin in Vorlesung
Foto: Christoph Worsch (Universität Jena)
Beginn
Ende
Veranstaltungsart
Vortrag
Referent/in
Dr. Lars Hildebrandt
Veranstalter
Veranstaltungssprache
Deutsch
Barrierefreier Zugang
ja
Öffentlich
ja

Schätzungen zufolge wird die Masse des Plastikmülls in den Weltmeeren
bis 2050 die Masse aller Fische übersteigen. Kunststoffabfälle
in den Ozeanen werden kontinuierlich fragmentiert, was zur
Bildung von allgegenwärtigen mikroskopisch kleinen Kunststoffpartikeln
führt, die in bestimmten Konzentrationen eine Vielzahl
von schädlichen Wirkungen auf verschiedene Lebewesen haben
können. Darüber hinaus können nano- und mikropartikuläre Kunststoffe,
sogenanntes Mikro- und Nanoplastik, toxische Co-Schadstoffe
anreichern und freisetzen. Viele damit zusammenhängende
wissenschaftliche Fragen sind jedoch aufgrund der großen analytischen
Herausforderungen im Zusammenhang mit Nano- und
Mikroplastikpartikeln
und deren Wechselwirkungen mit chemischen
Co-Schadstoffen noch unbeantwortet. Dementsprechend
sind validierte und harmonisierte Verfahren erforderlich, um ein
besseres Verständnis der Rolle von Nano- und Mikroplastikpartikeln
in der Umwelt zu erlangen.


In der Abteilung Anorganische Umweltchemie am Helmholtz-Zentrum
Hereon werden neue innovative Analysemethoden entwickelt
und mit folgenden Zielen angewendet:


1. Untersuchung des Vorkommens von Nano- und Mikroplastikpartikeln
in verschiedenen aquatischen Kompartimenten
(Anzahlkonzentrationen, Größen der Partikel, Morphologie und
Polymerarten)


2. Bewertung der Wechselwirkungen zwischen Mikroplastikpartikeln
und Spurenmetallen

Beide Blöcke sind eng miteinander verzahnt, da nur validierte
Methoden zur Extraktion sowie Charakterisierung von Partikeln
aus Umweltproben weitere valide Untersuchungen ihrer Eigenschaften
im Hinblick auf den Transport von chemischen Stoffen
ermöglichen.

 Studium Generale Sommersemester 2022 [pdf, 902 kb]