Samstagsvorlesung mit Prof. Georg Pohnert im WiSe 2025/26
Aktuelles Programm & Videos vergangener Vorlesungen
Öffentliche Samstagsvorlesung mit Chemikerin Prof. Dr. Kalina Peneva im Februar 2024
Foto: Claudia Hilbert/Universität Jena
Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Chemisch-Geowissenschaftlichen Fakultät stellen in allgemeinverständlichen Vorträgen ihre aktuelle Forschungsthemen vor.
Die Samstagsvorlesungen richten sich an alle, die sich für die Bereiche Chemie, Geowissenschaften und Geographie interessieren. Egal ob Schüler bzw. Schülerin, Student bzw. Studentin, Alumnus, berufstätig oder bereits im Ruhestand: Alle Interessierten sind herzlich willkommen!
Der Eintritt ist frei. Die Samstagsvorlesungen finden jeweils im Wintersemester statt. Beginn ist immer 10:30 Uhr. Jede Vorlesung dauert circa 60 Minuten, wobei es im Anschluss ausreichend Zeit für Fragen gibt. Die Samstagsvorlesung für Kinder dauert circa 45 Minuten.
Hörsaal IAAC, Humboldtstr. 8, 07743 Jena (zu Google MapsExterner Link)
Einige Vorträge werden aufgezeichnet und stehen im Anschluss als Video auf der Webseite zur Verfügung.
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Auf Wunsch wird eine Teilnahmebestätigung ausgestellt.
Die Termine und Themen im Überblick
28. November 2026, 10:30 Uhr
Geostatistik und GEO-KI für einen evidenzbasierten Grundwasserschutz
Prof. Dr. Alexander Brenning, Institut für Geographie
12. Dezember 2026, 10:30 Uhr
Dimensionen des Klimawandels: Status, Herausforderungen, Chancen
Prof. Dr. Kai Uwe Totsche, Institut für Geowissenschaften
09. Januar 2027, 10:30 Uhr
Sonnenlicht und Wasser statt Öl und Erdgas: Direkte Produktion von grünem Wasserstoff aus Solarenergie
Dr. Jacob Schneidewind, Institut für Organische Chemie und Makromolekulare Chemie
16. Januar 2027, 10:30 Uhr
Wüstenrosen, singende Gesteine und Teufelsmauern: Kurioses aus der Welt der Minerale und Gesteine
Dr. Birgit Kreher-Hartmann, Institut für Geowissenschaften
Samstagsvorlesung speziell für Kinder von 10-12 Jahren!
KI-Landschaft
Bild: Alexander Brenning, erstellt mit ChatGPTProf. Dr. Alexander Brenning
Institut für Geographie
Die Ausweisung von Gebieten mit nitratbelastetem Grundwasser ist methodisch anspruchsvoll und politisch relevant: Messstellen liefern nur punktuelle Informationen, auf deren Grundlage Entscheidungen für ganze Gebiete getroffen werden müssen. Wie können dabei nahegelegene Messwerte, hydrogeologische Gegebenheiten und Landbedeckung angemessen und nachvollziehbar zusammengeführt werden?
Der Vortrag zeigt anhand eines vom Umweltbundesamt geförderten Forschungsprojekts, wie moderne geostatistische Verfahren unterschiedliche belastende und entlastende Hinweise evidenzbasiert gegeneinander abwägen. Ein Kalibrierungsschritt verhindert dabei, dass die belastete Gesamtfläche systematisch über- oder unterschätzt wird.
Ausgehend von diesem konkreten Beispiel wird der Blick erweitert: Welche Vor- und Nachteile haben Verfahren der Geostatistik und neue Ansätze der Künstlichen Intelligenz, wenn aus räumlichen Daten belastbare Grundlagen für Entscheidungen in Umwelt und Gesellschaft gewonnen werden sollen.
Prof. Dr. Alexander Brenning
Foto: Nicole Nerger (Universität Jena)Alexander Brenning ist seit 2015 Professor für Geoinformatik an der Friedrich-Schiller-Universität Jena.
Er studierte zunächst Mathematik und Physische Geographie an der TU Bergakademie Freiberg und promovierte an der Humboldt-Universität Berlin. 2007-2015 forschte und lehrte er im Bereich Geographie/Geoinformatik an der University of Waterloo in Kanada, mit einer einjährigen Unterbrechung als Alexander-von-Humboldt-Forschungsstipendiat an der Universität Heidelberg. Im Herbst 2014 übernahm er eine Vertretungsprofessur für Geoinformatik an der Universität Jena, Anfang 2015 erfolgte der Ruf. 2017-2020 leitete er zudem als Dekan die Chemisch-Geowissenschaftliche Fakultät.
Alexander Brenning beschäftigt sich vor allem mit Methoden der rechnergestützen Statistik und des Maschinellen Lernens für geographische Fragestellungen sowie mit der räumlichen Modellierung unter anderem von Hangrutschungen und Gebirgspermafrost. Er ist zudem Mitglied der ELLIS Unit Jena, ein europäisches Forschungsnetzwerk an der Schnittstelle von KI, Umweltwissenschaften und Nachhaltigkeit.
Eine Collage, die verschiedene klimatische Extremereignisse wie Hochwasser und Dürren sowie Folgen des Klimawandels zeigt.
Collage: Kai Uwe TotscheProf. Dr. Kai Uwe Totsche, Institut für Geowissenschaften
Gerade für Thüringen zeigen wissenschaftliche Fakten und regionale Messdaten eine unübersehbare Dynamik: Extremwetter, Dürren und ein überdurchschnittlicher Temperaturanstieg belasten Wasserhaushalt, Ökosysteme, Landwirtschaft, Industrie und Gesundheit in sich beschleunigendem Maße.
Der Vortrag adressiert die vielschichtigen Dimensionen des Klimawandels und rückt den oft übersehenen unterirdischen Raum in den Fokus. Er diskutiert die Folgen für Stoff- und Fluiddynamiken sowie Naturleistungen, die aus dem Zusammenspiel von Wasser, Biodiversität und Untergrund resultieren – von den Böden über die ungesättigte Zone, die sogenannte Aerationszone, bis zum Grundwasser.
Auch wenn manche Klimafolgen bereits unumkehrbar sind: An Praxisprojekten mit regionalen Stakeholdern wird gezeigt, dass Anpassung und Transformation nicht als Belastung wahrgenommen werden müssen, sondern als Chance für Innovation und Investition in eine nachhaltige Entwicklung begriffen werden sollten.
Prof. Dr. Kai Uwe Totsche
Foto: Anne Günther (Universität Jena)Kai Uwe Totsche ist Professor für Hydrogeologie an der Universität Jena. Nach seinem Studium der Geoökologie an der Universität Bayreuth war er an der Wageningen Agricultural University in den Niederlanden tätig. Anschließend folgten Promotion und Habilitation in Bayreuth im Bereich Bodenkunde und Bodenphysik. Von 2000-2005 forschte er als Heisenberg-Stipendiat an der Technischen Universität München. 2005 erhielt er einen Ruf an die Friedrich-Schiller-Universität Jena.
Kai Uwe Totsche erforscht das Zusammenspiel von Atmosphäre, Vegetation, Boden und Grundwasser. Besonderes Augenmerk seiner Forschung liegt auf Stoff- und Fluidflüssen in der sogenannten Aerationszone, der wasserungesättigten Bodenzone. Er engagiert sich zudem auf politischer Ebene: So ist er seit 2015 Sprecher des Thüringer Klimarates und berät politische Entscheidungsträger in Fragen der Klimapolitik.
Illustration der Photokatalyse
Bild: Hassan A. TahiniDr. Jacob Schneidewind,
Institut für Organische Chemie und Makromolekulare Chemie
Grüner Wasserstoff ermöglicht es, Kohl, Erdöl und Erdgas an den Stellen zu ersetzen, wo eine Elektrifizierung nicht oder nur schwer möglich ist, wie zum Beispiel in der chemischen Industrie, Strahlproduktion oder Schiffsverkehr.
Diese Sektoren machen 20-30 % der globalen CO2 Emissionen aus und entsprechend große Mengen an grünem Wasserstoff werden benötigt, um diese Bereiche nachhaltig zu gestalten. Aktuell erfolgt die Produktion von grünem Wasserstoff fast ausschließlich durch die Nutzung von grünem Strom, welcher aber nicht ausreichend vorhanden ist.
Vor diesem Hintergrund beschäftigt sich der Vortrag mit einem alternativen Ansatz: Die direkte Umwandlung von Sonnenlicht und Wasser in Wasserstoff mittels Photokatalyse.
Folgende Fragen stehen dabei im Fokus: Welche Materialien ermöglichen eine Umwandlung von Sonnenlicht und Wasser in Wasserstoff? Was für Anlagen brauchen wir, um diesen Prozess im großen Maßstab umzusetzen? Wie energie- und ressourceneffizient ist der Ansatz und ist er wettbewerbsfähig?
Dr. Jacob Schneidewind
Foto: Marina RomanovaJacob Schneidewind studierte an der Universität Rostock Chemie. Nach seiner Promotion am Leibniz-Institut für Katalyse im Jahr 2021 wechselte er an die RWTH Aachen, wo er am Institut für Technische und Makromolekulare Chemie eine Nachwuchsgruppe leitete. 2022 wurde er mit dem Carl-Roth-Förderpreis der Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh) ausgezeichnet. Seit 2024 leitet er die vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt geförderte Nachwuchsgruppe "Wasserspaltung" an der Friedrich-Schiller-Universität Jena.
Gemeinsam mit seinem Team erforscht er neue Wege, grünen Wasserstoff aus Sonnenlicht und Wasser herzustellen. Dafür untersucht er grundlegende Mechanismen für die Umwandlung von Sonnenergie, entwickelt neue Photokatalysatoren und modelliert Prozesse für die Produktion von grünem Wasserstoff. Er ist unter anderem eingebunden in den DFG-Sonderforschungsbereich "CataLight" der Universitäten Jena und Ulm.
Eine Wüstenrose aus der Wüste Algeriens. Objekt aus der Mineralogischen Sammlung der Universität Jena.
Foto: Rebecca Lellau/Universität JenaDr. Birgit Kreher-Hartmann,
Institut für Geowissenschaften
Vortrag für Kinder im Alter von 10-12 Jahren!
Gesteine und die Minerale werden natürlich gebildet. Wie sie sich unterscheiden und was wir darunter überhaupt verstehen, damit beginnen wir diesen Vortrag. Wir werden lernen, dass die Natur sehr kreativ ist. Veränderungen in Druck, Temperatur und Umgebungsbedingungen verändern sofort äußere Formen, die Größe und manchmal auch die Farbe, also das Aussehen.
Mit diesem Basiswissen begeben wir uns auf eine Reise durch die Welt der außergewöhnlichen Gesteine und Minerale. Von 10 Meter hohen Steinmauern, Steinsäulen, die sich über Kilometer weit erstrecken, den größten Edelsteinen dieser Erde, bis zu silberfarbenen Münzen, die nicht anlaufen, schwimmenden und auch singenden Gesteinen sowie leuchtenden Mineralen gibt es viel zu erzählen.
Der Vortrag wird reich bebildert sein und zahlreiche Objekte machen das Thema begreifbar.
Am Ende des Vortrages gibt es für alle teilnehmenden Kinder ein Mini-Diplom.
TEILNAHME NUR MIT ANMELDUNG
Die Teilnahme ist kostenfrei.
Der Vortrag richtet sich an Kinder im Alter von 10-12 Jahren. Jedes Kind darf gern auch ein oder mehrere erwachsene Begleitpersonen (Eltern, Großeltern, ...) mitbringen!
Damit jedes Kind und seine Begleitung einen Platz bekommt, bitten wir um eine Anmeldung, so dass wir besser planen können. Sie können pro Anmeldung bis zu 5 Kinder anmelden.
Wir möchten möglichst vielen Kindern die Teilnahme ermöglichen. Bitte geben Sie deshalb Ihren Platz bzw. Ihre Plätze wieder frei, sollten Sie doch nicht teilnehmen können.
Die Anmeldung ist ab 12. Oktober 2026 möglich.
Hier können Sie sich anmelden und Ihre Plätze sichernExterner Link
Kann man auch spontan kommen und teilnehmen? Sehr gerne! Sofern noch ausreichend Platz vorhanden ist, freuen wir uns auch über alle Interessierten, die spontan vorbeischauen. Bitte haben Sie jedoch Verständnis dafür, dass angemeldete Teilnehmende Vorrang bei der Platzvergabe haben.
Dr. Birgit Kreher-Hartmann
Foto: Birgit Kreher-HartmannBirgit Kreher-Hartmann ist studierte Mineralogin. Nach ihrem Diplom-Abschluss an der TU Braunschweig promovierte sie in Würzburg. Seit 1993 ist sie wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Arbeitsgruppe der Allgemeinen und Angewandten Mineralogie an der Friedrich-Schiller-Universität Jena.
Birgit Kreher-Hartmann ist außerdem Kustodin der Mineralogischen Sammlung der Universität Jena. In dieser Funktion ist sie häufig auch mit Kindern und Jugendlichen in Kontakt: Beispielsweise führt sie regelmäßig Gruppen durch die Dauer- und Sonderausstellungen der Sammlung und sie organisiert Ferienworkshops für Schülerinnen und Schüler. Auch engagiert sie sich seit vielen Jahren als Jurorin beim Landeswettbewerb "Jugend Forscht" in Thüringen.
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