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CIPSH-UNESCO Treffen

Roundtable der Geisteswissenschaften in Mação, Portugal
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Foto: International Council for Philosophy and Human Science

Roundtable der Geisteswissenschaften in Mação, Portugal

Im Rahmen der World Humanities Conference (WHC) in Lüttich 2017 wurde mehrfach das große Potenzial der Geisteswissenschaften betont, Erkenntnisse und Wissen zur Bearbeitung der gegenwärtigen globalen Herausforderungen bereitzustellen. Um dieses Potenzial zukünftig besser zu nutzen und auf die Unersetzbarkeit geisteswissenschaftlicher Beiträge zur Gestaltung des globalen Wandels aufmerksam zu machen, wurde auf der Konferenz eine New Humanities Agenda for the 21st Century verabschiedet. Als Teil dieser Agenda wurden in Kooperation mit dem International Council for Philosophy and Human Sciences (CIPSH) eine Reihe von UNESCO-Lehrstühlen im Bereich der Geisteswissenschaften eingerichtet. Zur strategischen Umsetzung der auf der Konferenz verabredeten Ziele in ein UNESCO-Aktionsprogramm trafen sich am 7. und 8. März 2019 Vertreter*innen von CIPSH, UNESCO und UNESCO-Chairs zu zwei Roundtable-Gesprächen in Mação/Portugal.

Unter dem Motto „Assessing Societal Priorities Addressed by the Humanities“ wurden im ersten Workshop zukünftige Schwerpunktprojekte von CIPSH und UNESCO diskutiert und Lücken in aktuellen Förder- und Forschungsprogrammen identifiziert. Unter Leitung von Prof. Luiz Oosterbeek (Generalsekretär des CIPSH), Dr. John Crowley (Chief of Section for Research, Policy and Foresight im UNESCO-Fachbereich für Sozial- und Geisteswissenschaften) sowie Prof. Chao Gejn (Präsident des CIPSH) beteiligten sich Forscher*innen aus so unterschiedlichen Bereichen wie Philosophie, Literaturwissenschaften, Archäologie, Kommunikationswissenschaften, Erziehungswissenschaften, Anthropologie, Geschichtswissenschaften und Geographie am Roundtable. Darüber hinaus brachten Elizabeth Silva (Portugiesische UNESCO-Kommission), Prof. Alvaro Maglia (Generalsekretär der Grupo Montevideo) und Prof. António Nóvoa (Botschafter Portugals bei der UNESCO) ihre Expertise ein. Als Ergebnis der Session wurde ein vorläufiger Entwurf für ein neues UNESCO-Rahmenprogramm auf der Grundlage der in Lüttich verabschiedeten Agenda entwickelt und diskutiert.

Im zweiten Roundtable wurden am Nachmittag des 8. März die Forschungsprogramme der in Kooperation mit CIPSH neu eingerichteten UNESCO-Chairs aus Lateinamerika, Asien, Nordamerika und Europa vorgestellt und Möglichkeiten einer stärkeren Kooperation der Lehrstühle diskutiert. Prof. Benno Werlen präsentierte die Initiative für eine „2020s Science Decade for Global Understanding“, eines der Schlüsselprojekte des Jenaer UNESCO-Chairs. Darüber hinaus skizzierte er die Idee einer UNESCO-Resolution zur globalen Nachhaltigkeit. Beide Projekte wurden intensiv diskutiert und es wurde eine breite institutionelle Unterstützung zugesagt.

Neben den beiden Roundtable-Sessions wurde in Mação auch der UNESCO-Chair on Humanities and Cultural Integrated Landscape Management (Prof. Oosterbeek) feierlich eingerichtet. Die Teilnehmer*innen des Workshops waren am Morgen des 8. März gemeinsam mit zahlreichen Gästen aus Politik und Wissenschaft zur Eröffnungszeremonie des am Instituto Politécnico de Tomar (Portugal) angesiedelten Lehrstuhls eingeladen.